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Dienstag, 31. Januar 2017

Weinwinter auf Langeoog



Man assoziiert mit Städten und Ländern doch oft etwas bestimmtes: Etwa Zypressen mit Italien, Sachertorte mit Wien, den Papst mit Rom oder Tee mit Ostfriesland. Ich weiß ja  nicht wie es Ihnen geht, aber eine Verbindung von Wein mit Langeoog hatte ich so jetzt noch nicht auf dem Schirm - und das auch noch im Januar. Als die Einladung zum Langeooger Weinwinter kam, dachte ich nur: Da laß´ ich mich doch mal überraschen!...


Langeoog ist autofrei.  Deshalb lassen wir dieses für 5 Euro am Tag auf dem Parkplatz an der Fähre stehen. Beim Check-In zur Fähre treffe ich dann noch auf meine netten Schreiberkollegen/innen. Wir waren  5 Reiseblogger und Journalisten. Da es bei der 30 Minuten dauernden Überfahrt ab Bensersiel bereits Abend war, ist mir der erste Eindruck der Insel  allerdings doch recht dunkel in Erinnerung.


Der Langeooger Weinwinter findet heuer zum 2. Mal statt. Organisiert wird das ganze vom Restaurant Seekrug mit Unterstützung des Tourismusamts. Man möchte den Gästen einfach auch in dieser Jahreszeit einen Mehrwert bieten. Während der knapp 3-wöchigen Eventwochen im Januar wurden Bio-Winzer aus Deutschland und Andalusien eingeladen. Beim 3-Gängemenü am 2. Abend im Panoramarestaurant Seekrug werden wir mit acht Weinen von der in Franken ansässigen Weinmanufaktur 3-Zeilen, der Familie Alexandra und Christian Ehrlich, verköstigt. Also mein Favorit war der Rouge von 2014...




Den nächsten Tag starten  wir mit einer Dorfführung. Räder standen auch schon für uns bereit. Tourismusmanager Hinrik Dollman (Foto rechts) der in einem früheren Leben u.a. als Hoteldirektor auf einem Kreuzfahrschiff tätig war und wir vermuteten mal stark, dass er den Job an Sascha Hehn übertragen hat, zeigt uns die Sehenswürdigkeiten des kleinen Ortes und klärt uns auch darüber auf wie wichtig die Befragung der Gäste über  Zufriedenheit und Verbesserungsvorschläge genommen wird. (Und falls Sie anstreben hier zu heiraten, ist Ihnen eine Verewigung in einem Backstein vor dem Standesamt sicher).






Normalerweise ist ja Dienst  Dienst und Schnaps ist Schnaps. Bei mir ist manchmal  aber Schnaps auch Dienst. Oder wie in dem Fall Rum. Durchgefroren geht es anschließend nämlich zur Rumverkostung in die "Vinothek Weinperle".  Nicht nur, dass hier etwa 300 Weinsorten zur Verkostung und Verkauf im wunderschönen und gemütlichen Laden im chabbychic  bereit stehen - Rum ist die Spezialität von Inhaber und Winzer Bernd Frech. Und nach 5 verkosteten Rümern hab ich mir schon mal ein sicheres Standbein für die Weinprobe am Abend geschaffen. Oder wie Bernd meint: Rum passt einfach zum Norden.






Am 3. Tag wurden wir von Ossi, alias Gerhard Siebels, in die Teezermonie eingeführt, und das in Langeoogs größtem Wohnzimmer, dem Cafe-Restaurant He´ Tant. Übrigens ist der ostfriesische Tee 2016 zum Weltkulturerbe erklärt worden oder wußten Sie, das so ein Ostfriese im Schnitt 7 Pfund Tee im Jahr verbraucht? Da können ihm in Europa höchstens die Iren noch ans (Tee-)Wasser reichen.

Nach dem Abendessen sind wir wieder im Seekrug. Und wie sollte es anders sein, es dreht sich  erneut um Alkohol *tststs*. Diesmal bei einer  Sherry Verkostung. Wir werden in unterhaltsamer und lehrreicher Weise vom Chef und Koch des Panoramarestaurant, dem deutschen Sherrybotschafter Michael Recktenwald in die Materie  eingeführt. Was ich gelernt habe? Neben Geschichte, Klima und Ausbau weiß ich, dass ich den Sherry, der schon seit Jahren ein recht staubig tristes Dasein in  der hinteren Ecke zuhaus im Schrank fristet, jetzt endgültig entsorgen kann. Denn, auch Sherry ist nicht unbegrenzt, sondern nach dem Öffnen nur einige Tage, bzw. Wochen (je nach Alter), haltbar.

Unterkunft
Nach einem wirklich tollen Abend mit netten Leuten ging es zurück zum Hotel, ins  Bio-Dünenhotel Strandeck, das sich in unmittelbarer Nähe des Seekrugs befindet und wie das Panoramarestaurant von Familie Recktenwald geführt wird. Hier trumpft man mit Regionalität: Marmeladen, Limonaden und Würzsoßen aus Inselfrüchten, Langeooger Wild und Rind, leckere Käse und Aufschnitte aus Ostfriesland samt hausgebackenes Brot und Brötchen. Und auf das Frühstück können Sie sich echt richtig freuen... Es gibt im Haus ein Hallenbad, es werden Massagen und verschiedene Arrangements angeboten (Preisliste). Wir haben uns wirklich sehr willkommen und wohl gefühlt.








Die Insel
Natürlich hatten wir neben der ganzen Trinker- und Völlerei auch Zeit, die Insel näher zu erkunden. Da kommen 1700 Einwohner, 9000 Gästebetten 150 schottische Hochlandrinder,  und sonst noch allerlei zwei- und vierbeiniges Getier auf 20 km² mit 14 km natürlichem Sandstrand, sogar mit eigenem  Hundestrand.  Die Insel hat auch im Winter absolut ihren Reiz. Vor allem die Farben der Natur haben in dieser Jahreszeit  ihren eigenen Charme. Die Insel ist fernab vom Schickimicki - Das ist gewollt und auch gut so. Es ist einen Ort an dem man einfach mal die Seele baumeln lassen kann. Ganzheitlicher und nachhaltiger Naturtourismus wird hier intensiv gelebt.

Sollten Sie sich  für einen Sommerurlaub entscheiden, seien Sie sich über die Gezeiten im klaren. Baden im Meer ist aufgrund von Ebbe und Flut nicht immer möglich. Aber dafür gibt es ja ein Schwimmbad- und ´nen 9-Loch Golfplatz und Thalassoanwendungen und Reiten am Strand und Tennis undundund... Wir sind auch mit Nationalparkführer und Inseloriginal Ossi durch den Nationalpark geradelt: Wissen jetzt wo Lale Anderson gelebt hat und beerdigt ist, haben die Hochlandrinder besucht und auch sonst viel erfahren -  Ossi muss man einfach kennengelernt haben! Und vom Bürgermeister persönlich, bekommen wir eine exclusive Führung auf den alten Wasserturm, dem höchsten Punkt der Insel. Er ist das Symbol dafür, dass Langeoog über eigenes Inselwasser, das sich in einer Süßwasserlinse unterhalb der Insel befindet, verfügt. In den Sommermonaten ist er öffentlich zugänglich. Und ich weiß jetzt auch wo die  Strandkörbe repariert werden...












Übrigens: Um noch einmal auf die schottischen Hochlandrinder zurückzukommen: Wenn ich mir die so betrachte, habe ich doch gewisse Zweifel an der Identität unseres Hundes als Hund...





Langeoog hat bei mir auf jeden Fall Lust auf me(e)hr gemacht. Und... vielleicht trifft man ja auch mal auf den Krimiautoren Klaus Peter Wolf, der viel Zeit auf der Insel verbringt. Übrigens: Der WeinWinter wird 2018 Jahr zum Rum- und WeinWinter - und vielleicht haben Sie ja Lust darauf bekommen und sind ebenfalls

            hin & weg



Alle Infos auf einen Blick:

Tourismus: hier
WeinWinter: hier
Panoramarestaurant Seekrug: hier
Bio-Dünenhotel Strandeck:   hier
Weinmanufaktur 3-Zeilen: hier
Vinothek Weinperle: hier
Cafe-Restaurant He´Tant: hier 
Infos im Magazin Langeoog news: hier

Einen weiteren Bericht  der Reise finden Sie bei:  zypresse unterwegs




Kooperation: Das Fremdenverkehrsamt Langeoog hat mir die Reise ermöglicht. Vielen Dank  auch für die tolle Organisation!



Kommentare:

  1. Liebe Silvia schön das Du hier warst unbd dickes Danke zu Deinem Artikel. Und ja vielleicht besuchst Du die Insel dann nocheinmal und entdeckst den Frühling, Sommer oder Herbst hier auf der Insel.

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    1. Immer wieder gern. Ihr seid ja such ein tolles Team ...

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    2. Immer wieder gern. Ihr seid ja such ein tolles Team ...

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  2. Danke für den schönen und lebendigen Bericht... und fürs Verlinken! Bis bald, hoffentlich!

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